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Polen als östlicher Nachbar, von Berlin weniger als eine Stunde, die Entfernung nach Warschau ist von Berlin kürzer als nach Köln, Mit mehr als 5%

Wirtschaftswachstum leider auf der Überholspur in Europa und daher auch zunehmend ein beachtenswertes und lohnendes Reiseziel. Wir waren klassisch über Görlitz angreist und haben in Bolesławiec – Wikipedia die klassischen Keramikfabriken besucht und nette Haushaltsgegenstände mit genommen.

In Legnica – Wikipedia, haben wir die Kirchen und Gebäude aus dem 19. Jahrhundert besichtigt und einen ersten Eindruck über die Städtegründungen des Mittelalters erfahren der Ryanek ist einfach grandios und weit.

Über kleine Ortschaften anläßlich des Gedenken an den Hunneneinfall im frühen Mittelalter, kriegerische Auseinandersetzungen aus dem 17+18 Jahrhundert, die heute leicht angestaubt sind, erreichen wir die Krone in Südwestpolen. Breslau – Wikipedia oder besser Wroclaw. Es mögen viele Beschreibungen existieren, aber als Berliner ist diese Stadt eine Perle für unternehmerfrohe, kreative, Menschen, denen Berlin schon zu spiesig ist. herrliche Stadtviertel, herrliche Möglichkeiten in Kunst Kultur, Essen, Musik, Freizeit, Sport.

Pjotr unser Führer von Walkaktive (warsaw) ein Zusammenschluss von Menschen die Besuchern Ihre Stadt zeigen möchten, bedauerte mir gegenüber das Fehlen einer europaweit bekannten Fussballmannschaft. Sollte sich diese irgentwann finden würde die Stadt womöglich noch stärker und besser präsentiert werden können.  

Unser Platz befindet sich am Olympiagelände. Die im Internet mäßigen Kommentare zu der Lokalität sollten einfach ignoriert werden. Wir sind auch sehr pingelig, empfanden aber dieses konsequente Beharren an den alten Dingen als Wohltat und es stimmt!! Es gibt sogar zwei moderne Sanitärblocks auf dem riesigen Gelände welches von vielen unterschiedlichen Nationalitäten gerne und offen genutzt wird.

Über ein paar Umwege landeten wir in Dzierżoniów – Wikipedia einem kleinen typischen Landstädtchen mit bewegter Geschichte. Der Stadtname leitet sich vom bekannten Bieneforscher Johann Dzierzon ab. Dort befindet sich in der Nähe ca 3 km mit dem Fahrrad über gemütliche ruhige Strassen ein exklusiver Campingplatz, der von einem netten Niederländer gemeinsam mit seiner polnischen Frau in einer aufgegebenen Zementgrube errichtet und bewirtschaftet wird. Eine angeschlossen Gaststätte mit Frühstücksservice , Ferienwohnungen und Bungalows an einem See sind zu empfehlen und wir haben die Tage sehr genossen. 

Über Wałbrzych – WikipediaŚwidnica – WikipediaŚwiebodzice – Wikipedia, welche wir mit dem Fahrrad aus Dzierzoniow erreichten, eine herrliche Fahrradroute abseits lauter Strassen gut beschildert, Karten gibt es im Touristenbüro in Dzierzoniow; erreichen wir abends Opole – Wikipedia. Leider hat es dort wie aus Gießkannen geschüttet, so dass wir am anderen Tag weiter sind, um den Regen zu vermeiden. Nur so viel, wir kommen wieder, weil uns die Gastfreundschaft sehr angesprochen hat und wir ein Archiv für Ahnenforschung gefunden haben, um über die UrUrGroßeltern informationen zu finden. 

Wir erreichen mit vielen Staus und dichtem Verkehr Krakau – Wikipedia. Der Verkehr ist genauso wie in Paris. Anhalten ist nicht erlaubt und sobald Platz vor oder hinter meinem Auto ist wird gefahren. Etwas gewöhnungsbedürftig, unsere Nachbarn sind sehr höflich, zuvorkommend, nett, aufmerksam, jedoch beim Autofahren geben Sie diese Eigenschaften auf. Warum der Vergleich mit Paris? Nicht weil die Polen eine historisch begründete Sehnsucht verspüren, nein eher pragmatisch, die Strassen sind genauso verstopft der Verkehr kollabiert minütlich und um voran zukommen benutzt jeder die Ellbogen. Ansonsten fühle ich mich trotz der schwierigen Sprache sehr wohl und geniesse das sprichtwörtliche Laissez-faire. Hier gibt es keine nervenden Kinder, schreiende Erwachsenen oder penetrant bellende Hunde. Zurück nach Krakow. Es stimmt wer hier nicht war hat von Polen nichts gesehen. Die Menge an Touristen kann es mit jeder Metropole dieser Welt aufnehmen, Es ist wirklich sehr gut besucht aber es lohnt sich auch. 

Im Urlaub sollten auch mal Dinge neben bei und unbequemen Wahrheiten ins Auge geschaut werden. Davon gibt es in ganz Europa für Deutsche eine Vielzahl an Möglichkeiten sich mit dem Grauen aus der NS Zeit auseinanderzusetzen. in Oświęcim – Wikipedia oder besser Auschwitz / Birkenau besteht hierzu auf einem hohen Niveau mit wissenschaftlicher Unterstützung und hoher Präzision einen Gang in die Vergangenheit zu gehen. Ich habe einen nachdenklichen Nachmittag und weitere Stunden mit der Welt gehadert. Wer in meiner Gegenwart abwertend über Menschen spricht wurde schon immer kritisiert, in Zukunft werde ich alles versuchen Vorurteile und Bewertungen von Menschen in meiner Umgebung zu vermeiden und dies vehement zu verbieten. Dazu werde ich mein Gegenüber nicht überzeugen sondern nur mit dem gesehenen konfrontieren. Dieses Erlebnis ist wie eine körperliche schlecht verheilte Narbe einfach da und scheuert oder schmerzt ab und zu.  Ein eindrucksvolles Schlusswort von Sylvia unserer kompetenten und sehr engagierten Führerin.

Nach Krakau kommt noch https://de.wikipedia.org/wiki/Łódź ['wut͡ɕ]), eine alte Industriestadt für Wolle und Textilien, wie ich zuhause nachlese eine Investition in eine schon zur Zeit der Fertigstellung alte Technik, so dass heute vom ehemaligen Glanz nur noch die alten Bürgerhäuser auf der Piotrkowska Strasse und das restaurierte Fabrikgelände Scheibler. Wer vom WOMO die Nase voll hat hier ein tolles Hotel mit Pool auf dem Dach, aber Vorsicht, es ist schnell ausgebucht, weil Menschen aus allen teilen Polen zum Schoppen und Essen herkommen. Das Essen übrigens ist überall äusserst delikat und muss mit Berlin keinen Vergleich scheuen. Lediglich der Kaffee ist noch nicht auf dem aus Berlin gewohnten Niveau.  

Mit einem kurzen Abstecher fahren wir geradezu nach Poznan. Ein supergeiler Campingplatz am See. Ruhig und abseits der Strassen. Für sportliche Urlauber bestens geeignet. Radfahren, Bowlen, Wasserski, rudern, hier kommen alle auf Ihre Kosten. Mit dem Rad ist es am Seeufer entlang knapp 15 Minuten bis zur Stadtmitte. Wieder ein Rynak mit restaurierten Häusern, dazu viel Geschichte aus den unterschiedlichen Epochen, Ich glaube hier hat schon jeder aus Europa die Rathausschlüssel in der Hand gehabt. Sehenswert. Wir haben einen Tag zu wenig und werden für Theater, Oper und Tanz diese Stadt in Berlin empfehlen.

Von Posen müssen wir noch durch ein Stück Kreuzpolen zur Verwandtschaft und dann über Küstrin nach Hause. Wir haben ca 1800km von Berlin benötigt, Die Strassen und Orte waren sehenswert und für uns eine klare Alternative im sommer, weil auch das Klima hier sehr heiße und beständige Tage beschert. Nicht umsonst gibt es überall Möglicheiten draussen den Sommer zu genießen. weitere Info gerne dazu.

P.S  Der letzte Mieter in dieser Saison war auch in Polen und kam begeistert zurück.